Leipziger Palmengarten bekommt die ersten Palmen vom LE Palms-Startup gesponsert

Leipziger Palmengarten bekommt die ersten Palmen vom LE Palms-Startup gesponsert

Im Mai und Juni 2021 wurden nach langer Zeit erste Palmen im Palmengarten von Leipzig durch das Leipziger Palmenprojekt LE Palms eingebracht, es sind Wagners Hanfpalmen der Gattung Trachycarpus wagnerianus und Sabal minor-Zwergpalmen. Die Wagnerpalme hat sogar eine interessante Geschichte und kann als echte Leipziger Palme betrachtet werden. Die Jungpflanzen sind ein bis zwei Jahre alt und vertragen Minusgrade bis zu -25 ┬░C. In Zukunft werden weitere winterharte Palmenarten f├╝r Garten- und Parkanlagen dazukommen. Am 03. Juni hat der Projektentwickler Oliver Caplikas f├╝r das Gel├Ąnde weitere Exemplare zur Verf├╝gung gestellt, darunter ein paar mehrj├Ąhrige Palmen und einj├Ąhrige Jungpflanzen. Das Projekt wurde der Belegschaft auf dem Hof der Stadtreinigung vorgestellt, welche zum Teil f├╝r die Pflege des Palmengartens und des Parks mit verantwortlich sind. Dazu geh├Âren nicht nur Aufgaben wie die Bew├Ąsserung, das Rasenm├Ąhen und die M├╝llentsorgung. Es war ein sehr konstruktives Gespr├Ąch und es wurden weitere Schritte besprochen, etwa ein Treffen mit Mitarbeiter*innen vom Amt f├╝r Stadtgr├╝n und den Kollegen vor Ort, z.B. um weitere m├Âgliche Stellen f├╝r die Palmen auszusuchen. Zum Test wurden bereits 25 Jungpflanzen direkt im Palmengarten ausgepflanzt. Die Pflanzen in T├Âpfen sind ein Geschenk an die Stadtreinigung und f├╝r das Gel├Ąnde, da sie so flei├čig den M├╝ll der Jugend aufr├Ąumen, welcher ├Âfters nach Wochenenden ├╝berall herumliegt. Greta l├Ąsst gr├╝├čen!

Im Sommer kann das Leipziger Palmenprojekt ein paar ├Ąltere und mehrj├Ąhrige Exemplare von einigen Metern H├Âhe zur Verf├╝gung stellen, daf├╝r k├Ânnen weitere Palmen in T├Âpfen f├╝r zuk├╝nftige Hochbeete und Pflanzk├╝bel gesponsert werden. Vertreter vom botanischen Garten, Gr├╝nfl├Ąchenamt und der Stadtreinigung, welche den Palmengarten mit gestalten und pflegen, sind nat├╝rlich eingeladen sich auch direkt an den Pflanzaktionen zu beteiligen. Nach mehreren Rundg├Ąngen wurden potenzielle Pl├Ątze und Stellen bereits dokumentiert und ein paar kleine Jungpflanzen zum Testen der Verh├Ąltnisse ausgebracht. Dadurch kann man einige Wochen sp├Ąter sehen, ob sie mit dem Boden und an geeigneten Stellen gut zurechtkommen. Es gibt einige freie Pl├Ątze in den Beeten, besonders im hinteren Bereich nahe des Blauregens, am Ufer und in der N├Ąhe der Treppen an den Ecken. Einige Palmen k├Ânnen zwischen vielen der anderen Pflanzenkulturen gut wachsen ohne diese zu behindern. Zwei der Wiesen auf den Etagen im Palmengarten k├Ânnen noch als Bl├╝hstreifen genutzt werden, dazu wartet ein Bienenbaum und Elsbeere (Baum des Jahres 2011) im Garten des Leipziger Palmenprojektes.

Nach einem zweiten Besuch des Leipziger Palmengartens, des Gel├Ąndes vom Amt f├╝r Stadtgr├╝n und der Stadtreinigung, wird nun noch ein Treffen mit Mitarbeitern der Abteilung Gr├╝nanlagen vereinbart. Es wurden bereits einige interessante Vorschl├Ąge f├╝r zuk├╝nftige Palmen-Pflanzungen im Palmengarten angesprochen, etwa das Ausbringen weiterer winterharter Palmen an wirklich sinnvollen Stellen, diese wurden im Vorfeld schon fotografisch dokumentiert. Im Prinzip sollten erste Pflanzungen schon vor Jahren stattfinden, die Aktionen und das geplante Event wurde jedoch damals wegen existenzieller Probleme und der Krise verschoben. Daf├╝r k├Ânnen dieses Jahr im Sommer gr├Â├čere Exemplare von bis zu f├╝nf Metern ausgepflanzt und auch sch├Âne Exemplare in gro├čen Pflanzk├╝beln aufgestellt werden, die Honigpalme und Leipziger Wagnerpalme bieten sich daf├╝r an. Das Gr├╝nfl├Ąchenamt von Leipzig und LE Palms k├Ânnten gro├če Palmen in hohen K├╝beln an den Ecken der Wege fest aufstellen. Diese sollten mit einer Platte abgedeckt werden, damit die Erde bei langer Hitze und Trockenheit nicht stark austrocknet. Gro├čz├╝gig eingepflanzt ├╝berleben solche K├╝belpflanzen auch harte Winter, fest ausgepflanzt sogar ohne Winterschutz. Dies wurde vom Palmenz├╝chter schon mehrfach in einigen Gartenanlagen getestet. Nach dem harten Winter wachsen sogar Eichen- und Wallnussb├Ąume im Topf welche bei ├╝ber Minus 20 Grad drau├čen aufgestellt waren! Dazu werden einige Esskastanien aus dem Norden an das regionale Klima angepasst und f├╝r harte Winter abgeh├Ąrtet. Der essbare Palmengarten k├Ânnte zus├Ątzlich einige wichtige Pflanzen f├╝r Pflanzaktionen in einem Beet vorziehen, ├Ąhnlich wie es die Baumschule und die neue G├Ąrtnerei des Urban Greening Camps erfolgreich durchf├╝hrt.

Nach einigen Rundg├Ąngen wurden m├Âgliche Pl├Ątze f├╝r neue Baum- und Palmen-Pflanzungen gefunden.


Das langfristige Ziel ist, einige g├Ąngige winterharte Palmenarten im Palmengarten von Leipzig zu etablieren, sp├Ąter auch wichtige Pflanzen in anderen Parkanlagen im Austausch mit botanischen G├Ąrten. Letzteren wurde dies schon in den letzten Jahren bei Besuchen vor Ort angeboten, etwa zum Pflanzenmarkt im botanischen Garten der Universit├Ąt Leipzig. Im Austausch mit internationalen botanischen G├Ąrten und Botanikern aus aller Welt werden sp├Ąter auch besonders gef├Ąhrdete Arten eingebracht, das Greening Deserts Artenschutzprojekt wird dazu besonders kritische Baumarten kultivieren und an ausgew├Ąhlte G├Ąrten und europ├Ąische Parks verteilen. Einige zuk├╝nftige Aktionen werden auch ├Âffentlich von Fotografen und Medienvertretern begleitet, es wurden schon einige Leute der Branche und Szene informiert. Artensch├╝tzer, Botaniker, Baumexperten, Dendrologen und erfahrene G├Ąrtner sind herzlichst eingeladen sich an dem Projekt und an zuk├╝nftigen Aktionen zu beteiligen. Wir w├╝rden dazu gerne ein botanisches Event und Treffen f├╝r Artensch├╝tzer, Botaniker, botanische G├Ąrten und entsprechende Organisationen aus aller Welt in Leipzig veranstalten. Dies sollte schon 2019 vorbereitet und 2020 realisiert werden, wurde jedoch durch die Krise verhindert. Weitere Informationen zu zuk├╝nftigen Aktionen werden dieses Jahr rechtzeitig angek├╝ndigt und auf Greening Deserts Projektseiten sowie auf den Seiten des Leipziger Palmenprojektes ver├Âffentlicht. Zum internationaler Tag der Umwelt (Weltumwelttag) am 05. Juni werden in Leipzig und Region eine Menge B├Ąume gepflanzt. Wir f├Ârdern nicht nur an diesem Tag die Artenvielfalt, ├Âkologische Bildung, Nachhaltigkeit, gesunde ├ľkosysteme und ein besseres Umweltbewusstsein.

Zum Schlu├č noch ein paar Infos zur Geschichte des Palmengartens:

F├╝r das Jahr 1893 wurde eine internationale Gartenbauausstellung ins Leben gerufen, vorbereitet und durchgef├╝hrt unter der Schirmherrschaft Seiner Majest├Ąt des K├Ânigs Albert von Sachsen. F├╝r das Lindenauer Flurst├╝ck schrieb die Stadt deutschlandweit einen Architekturwettbewerb aus. Aus der Vielzahl der Entw├╝rfe ging schlie├člich der Leipziger Baumschulen- und G├Ąrtnereibesitzer Otto Mossdorf als Sieger hervor. Er verband den alten Baumbestand, Teile des Auwalds, geschickt mit Ideen f├╝r Wegebau, Landschaftsgestaltung und Teichanlagen. Im Jahr 1896 rief Oberb├╝rgermeister Georgi eine lnteressengruppe ins Leben, die sich um die Realisierung des Projekts „Landschaftsgarten“ k├╝mmerte. Ihr geh├Ârten u.a. der Kaufmann Robert Gruner, der Bankier Dr. Otto Robert, Dr. Bruno Georgi selbst, Otto Mossdorf und andere an. Es gab 60 Unterzeichner auf dem Abschlu├čbericht. 1898 entstand die beeindruckende Konstruktion des Palmenhauses aus Glas und Stahl, es wurden auch viele Palmen direkt auf dem Gel├Ąnde ausgepflanzt. Auf der Freifl├Ąche neben dem Geb├Ąude stand ein gro├čer Musikpavillon, im Konzertgarten spielten bekannte Musiker, Theatergruppen und Orchester.1955 wurden von der Stadt unter dem Namen „Zentraler Kulturpark Clara Zetkin“ die historischen Parkanlagen Albertpark, Johannapark, der Palmengarten und der Volkspark Scheibenholz vereinigt. In den Jahren wurden viele Beete mehrfach umgestaltet, Dahlienrabatten und viele Rosen wurden gepflanzt. Quelle: Leipzig-Lese

├ťber den Autor

DesertGreening administrator

Greening Deserts Projekte sind kulturelle, bildungsrelevante, wirtschaftliche, soziale, wissenschaftliche und nachhaltige Entwicklungen, bei denen klassische Begr├╝nungs- und Gartenbaumethoden, aber auch neue oder alternative Techniken und Technologien zum Einsatz kommen. Schwerpunkte sind Biodiversit├Ąt, Klimaschutz, Cleantech, ├Âkologische Forstwirtschaft, Wiederherstellung von ├ľkosystemen, Umweltschutz, Begr├╝nung, Greentech, Wiederaufforstung und Artenschutz. Die Projekte k├Ânnen den vom Menschen verursachten Klimawandel, die Entwaldung, D├╝rren, W├╝stenbildung, Landdegradierung, Erderw├Ąrmung und Umweltverschmutzung weltweit verringern.