Monatsarchiv August 2020

Artenschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz in der Klimakrise 2020

Nach der BiodiversitĂ€tskonvention, in englisch UN Biodiversity Convention, ist Schutz der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die Überwachung der BiodiversitĂ€t eine der wichtigsten Aufgaben der 196 Vertragsstaaten bzw. Vertragsparteien. Die USA haben die Konvention gezeichnet aber bis heute nicht ratifiziert, sie sind also nicht zur Umsetzung verpflichtet. Ein Problem ist auch die auslegbare und relativ unverbindliche Zielformulierungen der Nationen in weiten Teilen der Konvention. Die deutsche Bundesregierung verabschiedete 2007 als Unterzeichnerin der Konvention eine nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, die 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen in den wichtigsten Handlungsfeldern zum Erhalt der biologischen Vielfalt definiert. Die ernsthafte Umsetzung dieser Maßnahmen wird von deutschen Naturschutzorganisationen stark angezweifelt. Auch wenn mit dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt ab dem Jahr 2011 erste Maßnahmen finanziert wurden, werden die Ziele im gesetzten Zeitrahmen teils nicht erreicht, teils werden sie auch eher politisch, denn mit naturschutzfachlicher Expertise verfolgt. Viele der Versprechen bzw. Vorhaben im Bezug auf den Artenschutz und Klimaschutz sind dazu durch die Coronakrise ins Hintertreffen geraten.

Weltweit gibt bzw. gab es ungefĂ€hr acht Millionen Tier- und Pflanzenarten, davon ist mehr als eine Million vom Aussterben bedroht. In Europa gibt es ĂŒber 70.000 verschiedene Arten von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Davon gelten alleine in Deutschland etwa 5.000 Pflanzenarten und 7.000 Tierarten als gefĂ€hrdet oder sind sogar vom Aussterben bedroht. Mehr als die HĂ€lfte der nur in Europa vorkommenden Baumarten und fast die HĂ€lfte der StrĂ€ucher sind gefĂ€hrdet. Da es eh schon so wenig Baumarten in europĂ€ischen LĂ€ndern gibt, sollte die Erhaltung und Kultivierung der besonders gefĂ€hrdeten Arten oberste PrioritĂ€t haben. Dies kann mit spezialisierten Artenschutz-GĂ€rtnereien und Baumschulen in Verbindung mit professionellen Forstbetrieben geschehen. Die Greening Deserts Artenschutz-, BegrĂŒnungs- und Forschungscamps sind u.a. fĂŒr solche Aufgaben angedacht.

Hier ist eine Liste von nĂŒtzlichen Bodenverbesserungs-Pflanzen, Bodendeckern, BlĂŒtenbĂ€umen, Stauden, StrĂ€uchern, Tiefwurzlern und Wildblumen fĂŒr trockene Böden. Die Pflanzen vertragen nicht nur viel Sonne und Trockenheit, sie sind teilweise auch essbar, Pollen- oder Nektarlieferanten und Heimat fĂŒr unzĂ€hlige Insekten. Es sind viele heimische Pflanzen und nicht nur fĂŒr NaturgĂ€rten oder KleingĂ€rten interessant, sondern auch fĂŒr die Forst- und Landwirtschaft. Einige der Pflanzen sind dĂŒrreresistent oder haben eine hohe ‚DĂŒrreresistenz‘. Die Liste wird gelegentlich erweitert und nach den o.g. Kategorien eingeordnet.

.

Greening Deserts Pflanzenliste fĂŒr Trockenheit und trockene Böden:

Ackerhohlzahn, Acker-Kratzdistel, Acker-Schachtelhalm, Acker-Senf, Adonisröschen, Ährige Prachtschart, Alpen Edelweiß, Amberbaum, Ampfer, Amur-Korkbaum, Amur-Linde, Asiatische Gelbholz, Atlas-Zeder, Balkan-Storchschnabel, BĂ€renkau, Bartblume, Baumzypresse, Baum-Anemone, Baum-Magnolie, Bergahorn, Bergaster, Bergbohnenkraut, Bergeiche, Berg-Jasione, Bergkiefer, Bergminze, Berg-Ziest, Berufkraut, Blasenstrauch, Blumen-Dost, Bluthirse, Bienenbaum, Bitterorange, Bitterwurz, Blumen-Esche, Blutpflaume, Blutroter Storchschnabel, Bohnenkraut, Brandkraut, Buchweizen, Bunte Kronwicke, Bunter Hohlzahn, Bur-Eiche, BĂŒschelschön, Buschklee, Buschmalve, Butternuss, Cambridge-Storchschnabel, Dach-Hauswurz, Dalmatiner Polster-Glockenblume, Deutzien, Diptam, Doldiges Habichtskraut, Donarswurz, Dornige Hauhechel, Dornige Wegwarte, Duftnessel, Echte Betonie, Echter Wundklee, Echtes Labkraut, Echtes SĂŒĂŸholz, Edeldistel, Edel-Gamander, Edelkastanie, Efeu Hibernica, Eisenkraut, Elsbeere, Erbsen, Eschenahorn, Eselsdistel, Fackellilie, FĂ€rber-Eiche, FĂ€rberginster, FĂ€rberkamille, Federgras, Feldahorn, Feigenkaktus, FeinblĂ€ttrige Wicke, Felsenkirsche, Felsennelke, Fetthenne, Fiederschnittige Blauraute, Felsensteinkresse, Felsen-Storchschnabel, Ferkelnuss, Filzige Herbst-Anemone, Flieder, FrĂŒhlings-Fingerkraut, Galmei-Hellerkraut, GĂ€nsedisteln, GĂ€nsefingerkraut, Gaura, Gebirgs-Hellerkraut, Gelber Lerchensporn, Gelbe Skabiose, Gelbes Sonnenröschen, GenĂŒgsamer GĂ€nsefuß, Gemeines Ferkelkraut, Gemeine Ochsenzunge, Geweihbaum, Gewöhnlicher Giersch, Gewöhnlicher Trompetenbaum, Gewöhnliche Vogelmiere, Gewöhnliche Wegwarte, GewĂŒrzfenchel, Ginster, Goji-Beere, Goldgarbe, Goldkörbchen, Goldlauch, Graslilie, Graukresse, Griechische Tanne, Grindelie, Große Klette, Großblatt-Phlox, Gummi-Ulme, Gundermann, Habichtskraut, HĂ€ngepolster-Glockenblume, Hanf, Hanfpalme, Haselnuss, Hasenklee, Hauswurz, Heckenbambus, Heckenberberitze, Hederich, Heiligenkraut, Herznuss, Himalaya-Zeder, Himmelsbambus, HirtentĂ€schel, Hoher Wald-Geißbart, Holunder, Hornnarbe, Hortensien, Hufeisenklee, Hundskamille, Indigostrauch, Japanische Staudenknöterich, Jeffrys Kiefer, Johanniskraut, Judasbaum, Junkerlilie, Kanadische Goldrute, Kannminze, Katzenminze, Katzenpfötchen, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Kirschlorbeer, Klatschmohn, Knopfkraut, Kohl-Kratzdistel, Kokardenblume, Kornblumen, Kornelkirsche, Kratzbeere, Kriechender Hauhechel, Kugel-Akazie, Kugeldistel, Kugel-Lauch, Lampenputzergras, Lavendel, LederhĂŒlsenbaum, Leimkraut, Lein, Libanon-Zeder, Liguster, Löffel-Ilex, LöwenmĂ€ulchen, Lupinie, Luzerne, Malve, Mariendistel, Marokko-Kamille, Mauermiere, Meerfenchel, Meerkohl, Milzfarn, MinzblĂ€ttrige Indianernessel, Mispel, Mittagsblume, Mönchspfeffer, Montbretie, Moskitogras, Mutterkraut, Nachtkerze, Natternkopf, Nickendes Leimkraut, Ochsenauge, Odermennig, Orangenblume, Orientalische Rauke, Orientalische Zackenschote, Palmlilie, Pastinake, Pekannussbaum, Perlgras, Perlkörbchen, PerĂŒckenstrauch, Pfeilkresse, PfirsichblĂ€ttrige Glockenblume, Pferdeminze, Polstergarbe, Pracht-Fetthenne, Prachtkerze, QuirlblĂ€ttrige MĂ€dchenauge, Rasselblume, Rauer Alant, Raute, Ravennengras, Reiherschnabel, Riesen-Sonnenhut, Rispen-Steinbrech, Robinie, Rosenakazie, Rosen-Malve, Rosmarin, Rotahorn, Rote Spornblume, Rote Taubnessel, Runder Lauch, SĂ€ckelblume, Saat-Esparsette, Salbei, Salomonssiegel, Sanddorn, Sandglöckchen, Schafgarbe, Scheinsonnenhut, Schillergras, Schindel-Eiche, Schlanke Steppenkerze, Schlehe, Schleierkraut, Schleifenblume, SchmalblĂ€ttrige Ölweide, SchmalblĂ€ttriger Hohlzahn, Schmucklilie, Schokoladenblume, Schwarznuss, Schwerlilie, Schwingel, Seggen, Seidenbaum, Seidenblume, Shumard-Eiche, Sichelmöhre, Sibirischer Portulak, Silberdistel, Silberwurz, Schnurbaum, Sichelklee, Sommerflieder, Sommerlinde, Sonnenauge, Sonnenbraut, Sonnenröschen, Spanische GĂ€nseblĂŒmchen, Spanische Golddistel, Spanische Tanne, Speierling, Spinnweb Hauswurz, Spornblume, Stachel-Lattich, StachelnĂŒsschen, Staudenimmortelle, Stein-Eiche, Steinklee, Steinquendel, Steppen-Wolfsmilch, Sternkugel-Lauch, Steinkraut, Steinsame, SteintĂ€schel, Steppenschleier, Sterndolde, Stockrose, Strandflieder, Strauchveronica, Strauchwicke, Strohblume, Sumpfzypresse, Sumpfeiche, Sumpfschafgarbe, S/W Maulbeerbaum, Taglilie, Tamariske, Taubenkropf-Leimkraut, TausendgĂŒldenkraut, Tellerkraut, Thymian, Thunbergs Buschklee, Tropfengras, Tundrazypresse, TĂŒrkischer Mohn, Verbene, Wacholder, Wallnuss, Waldschmiele, Wald-Tupelobaum, Walzen-Weinraute, Weg-Malve, Wegwarte, Weidenröschen, Weihrauchzeder, Weißdorn, Weiße Fetthenne, Weiße Lichtnelke, Weiss-Eiche, Wermut, Wiesen-Bocksbart, Wiesen-Labkraut, Wiesenmargarite, Wiesensalbei, Wiesen-Schaumkraut, Wild-Astern, Wilde Karde, Wilde-Malve, Wilde Möhre, Wilde Resede, Wilder Majoran, Wilder Wein, Wildflieder, Witwenblume, Wolfsmilch, Wolliger Schneeball, Wollziest, Ysop, Zarte Felsenlichtnelke, Zerr-Eiche, Ziest, Zistrose, ZurĂŒckgebogener Amarant, Zweifarbige Eiche, Zwerg-Ehrenpreis, Zwerg Hornkraut, Zypresse, X-Wildobstarten,.. Kakteen, Palmen und SteingartengwĂ€chse sind in einer extra Datenbank und Liste zusammengefasst. Es sind viele essbare Wildplanzen und Heilpflanzen mit dabei. *Greening Deserts Zusammenstellung von trockentoleranten Pflanzen wird stĂ€ndige erweitert. Pflanzen und Saatgut von den letzten Jahren sollten etwas mehr an Hitze und Trockenheit angepasst sein.

BlĂ€tter mit silbriger oder grauer Farbe reflektieren das Sonnenlicht. Harte und dicke BlĂ€tter, ebenso feine Haare, Flaum und kleine BlĂ€tter helfen gegen die Austrocknung. Pflanzen passen sich seit Millionen von Jahren an das Klima und Wetter an, sie zeigen uns intelligente Lösungen in vieler Hinsicht, man braucht nur genau hinzusehen und kann diese Mechanismen der Natur sinnvoll nutzen – etwa mit Mischkulturen, MischwĂ€ldern und Permakultur. Nicht alle BĂ€ume und BlĂŒtenpflanzen vertragen gleichzeitig Hitze und Trockenheit, besonders wenn extremen Phasen ĂŒber mehrere Monate in Folge andauern. Auch die sogenannten Klimawandelgehölze und ‚resistente‘ Pflanzen brauchen irgendwann Wasser.

Es gibt ĂŒber 8000 Jahre alten Fichten und viele andere Jahrtausendealte BĂ€ume, diese haben bestimmt auch viele DĂŒrrejahre ĂŒberlebt, vielleicht sollte man von diesen BĂ€umen das Saatgut nutzen. FĂŒr die Eichen des Leipziger Eichenpark Projektes wurden deswegen auch die Ă€ltesten Eichen in ThĂŒringen und Sachsen besucht. Nach zwei Jahren und verschiedenen Testreihen haben einige Eichen die letzten zwei Jahre unter den extremsten Bedingungen ĂŒberstanden. Einige Exemplare haben sogar nach etwa drei Monaten ohne Gießen ĂŒberlebt und sind nun fast resistent gegenĂŒber Hitze und Trockenheit. Bergeichen-Arten vertragen lange trockene Zeiten. Viele Pflanzen aus dem Bergland und Grasland sind relativ resistent bzw. tolerant gegenĂŒber Trockenheit und Hitze, da sie auf natĂŒrliche Weise oft mehr Sonneneinstrahlung und Trockenheit vertragen mĂŒssen. In trockenen Regionen und an Feldern der Landwirtschaft sind viele dieser Pflanzen sinnvoll, etwa fĂŒr BlĂŒhstreifen und ganze Wildblumenwiesen. Auch die BegrĂŒnung von Stadtlandschaften und die DachbegrĂŒnung in urbanen Regionen ist damit möglich, bisher werden fĂŒr DĂ€cher oft nur Sedum-Steingartenpflanzen der Gattung der Familie der DickblattgewĂ€chse (Crassulaceae) verwendet, diese bieten jedoch nicht alle so viel Nektar fĂŒr Insekten und Bienen wie viele der o.g. BlĂŒtenpflanzen. Bienen sind die drittwichtigsten ‚Nutztiere‘ in Deutschland nach Rind und Schwein, darĂŒber sollten alle mal mehr nachdenken. Wenn die Monokultur-Forst und -Landwirtschaft nicht bald dazulernt und sich entsprechend verĂ€ndert, wird dies fatale Auswirkungen auf uns alle haben. Unsere Zukunft ist wirklich in Gefahr, wenn jedes Jahr weitere Krisen kommen und Ökosysteme zerstört werden. Viele dieser Aspekte hĂ€ngen mehr zusammen als viele denken.

X

Klimawandel verstÀrkt Baumsterben und Waldsterben

Deutschland wird aufgrund des Klimawandels vermehrt mit Naturkatastrophen, Umweltkatastrophen und extremen Wetterlagen wie DĂŒrre, extreme Hitze, Hochwasser und Starkregen rechnen mĂŒssen. Dazu besteht die Gefahr der WĂŒstenbildung (Desertifikation) in einigen Regionen, besonders dort wo die Böden stark ausgetrocknet und fĂŒr Jahre beschĂ€digt sind. Durch Erosion, starke RegenfĂ€lle und Winde werden wertvolle Bodenschichten und wichtige Minerale weggespĂŒlt. Der Oberboden und auch mittlere Bodenschichten können sich stark verhĂ€rten, sie werden so hart wie Beton oder Stein. Das Regenwasser kann diese Böden dann nicht mehr so einfach durchdringen und damit sind dann auch tiefere Bodenschichten gefĂ€hrdet. Diese Problematik der BodenschĂ€digung und Landverödung ist schon lange bekannt, spĂ€testens fĂŒr die Meisten in der Landwirtschaft und gesamten Gesellschaft seit dem DĂŒrresommer 2018. Da nicht genug Vorkehrungen getroffen wurden und immer noch zu wenig gegen diese Entwicklungen getan wird, besteht die Gefahr der Ödland- und WĂŒstenbildung auch in Deutschland. Ein großes Problem ist die VerhĂ€rtung und Wasserabweisung der Böden durch fettige oder ölige OberflĂ€chen. Fette, Öle und Wachse von Pflanzenteilen fallen mit dem Feinstaub zu Boden. Der Regen kann dann die oberste Bodenschicht nicht durchdringen und fließt oberflĂ€chlich ab. Faktoren wie die Bodenart, Pflanzenarten, Temperatur und der Grad der Austrocknung bestimmen wie wasserabweisend der Boden wird. Oft können die Böden erst nach der Ernte durch PflĂŒgen gelockert werden, wenn die Trockenheit jedoch lange anhĂ€lt besteht dann die Gefahr der Bodenerosion durch Wind – besonders im Herbst gibt es vermehrt Winde und StĂŒrme. Wir alle können nur hoffen, dass es nicht noch eine WinterdĂŒrre gibt, denn dies wĂŒrde die Böden fĂŒr weitere Jahre beschĂ€digen. Schon 2018 hĂ€tten vermehrt Bodenschutzmaßnahmen eingefĂŒhrt werden mĂŒssen, etwa Abdeckung mit Bodendeckern, NotbewĂ€sserung mit extra KanĂ€len, Teichen und Regenwasserspeichern oberirdisch oder unterirdisch. Es gibt noch einige andere effektive und innovativen Methoden wie Agrophotovoltaik, Hanfanbau und WĂŒstenbambus. Diese und weitere Entwicklungen bzw. Projekte wurden wĂ€hrend der letzten Jahre gestartet um ĂŒber wirklich nachhaltige und innovative Lösungen zu informieren.

Greening Deserts hat seit 2016 viele der genannten Aspekte und Probleme angebracht, analysiert und theoretisch gelöst, leider konnten viele der Entwicklungen und Ideen wegen Ignoranz, mangelndem Willen und mangelnder SolidaritĂ€t gewisser Personen bzw. verantwortlicher Stellen nicht in der Praxis, mit einem BegrĂŒnungs- und Forschungscamp, weiter entwickelt und umgesetzt werden. Egoismus, Kompetenzverschiebung, fehlendes Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der angefragten Förderstellen haben die Arbeit und Projektentwicklungen sogar erschwert und durch lange Wartezeiten gestört, damit leider auch die Gesundheit und das Leben stark beeintrĂ€chtigt. Im Prinzip gab es stĂ€ndig Ausreden in gewissen Bereichen der Politik und Wirtschaft, ob es bestimmte Ereignisse waren, Streitigkeiten zwischen Parteien oder Wahlen, globale Krisen oder andere Probleme.. Fast jeden Tag gab es eine Ausrede anstatt mehr fĂŒr den Klima- und Umweltschutz zu tun, vor allem im Bezug auf die Klimakrise, den Kohleausstieg sowie die Folgen der exzessiven Forst- und Landwirtschaft. Es wurde oft genug aufgeklĂ€rt, gefordert und sogar vor den Folgen gewarnt – leider wurden Greening Deserts Analysen, Artikel, Berichte und Studien nicht ernst genommen. Nun können wir alle die Folgen des menschengemachten Klimawandels direkt erleben und deutlich sehen. Wer es immer noch nicht glaubt oder ernst nimmt wird die Konsequenzen spĂ€testens in den nĂ€chsten Jahren zu spĂŒren bekommen. Es gibt nicht umsonst das Sprichwort: Wer nicht hören will, muss fĂŒhlen.

Klimaschutz, Naturschutz und Umweltschutz ist Artenschutz, also auch Menschenschutz. Mensch braucht Natur, Natur braucht keinen Menschen. Man bedenke, wenn es soviel Einsatz wie in der Coronakrise fĂŒr die BiodiversitĂ€t und Klimaproblematiken gĂ€be, wĂŒrden wir dem Klimawandel mit dem nötigen Respekt begegnen. Die Menschen wĂŒrde einsehen das kurzfristige Interessen und das seit Jahrzehnten bekannte Wirschaftsinteressen nicht wirklich Nachhaltig sind. Die Menschheit könnte viele der Folgen und Ursachen wirklich bewĂ€ltigen und das vielleicht sogar noch vor 2030! Flattening the Curve, die Kurve abflachen sollte auch fĂŒr die Klimakrise gelten. Schließlich kam der Coronavirus von einem Tiermarkt mit gefĂ€hrdeten Arten und einer Region mit schlechten Umweltbedingungen. Die Luftverschmutzung, die SchwĂ€chung und Zerstörung der Umwelt macht Pflanzen, Tiere und auch Menschen anfĂ€lliger fĂŒr SchĂ€dlinge wie gefĂ€hrlichen Bakterien, Parasiten und Viren. Der Mensch ist also wahrscheinlich selbst dafĂŒr verantwortlich, dass der Coronavirus den Weg in die Zivilisation gefunden und sich an den Menschen angepasst hat. Ganz einfach und logisch gedacht sollte das oberste Ziel der Artenschutz und Klimaschutz sein, um weitere Krisen wie die Coronakise in Zukunft zu vermeiden! Um die ZusammenhĂ€nge zu verstehen, muss man kein Klimaforscher oder Umweltexperte sein. Greening Deserts hat letztes Jahr ein extra Artenschutzprogramm und fordert den Artenschutz auf die oberste Agenda zu stellen. Es sollte etwa zu dem Green Deal und Konjunkturpaket ein Species Protection Deal geben. Denn nochmal im Klartext, Klimaschutz ist auch Artenschutz, also auch Menschenschutz! Die Förderung der Artenvielfalt und Verminderung des Artensterbens sollte eines der wichtigsten Ziele der EU und UN sein.

Zum Ende des Artikels noch ein Statement zu Förderungen und finanzieller UnterstĂŒtzung fĂŒr Greening Deserts Projekte und Initiativen. Nach Jahren der Projektentwicklungen, kultureller und sozialer Aktionen fĂŒr die Gemeinschaft und eine gesĂŒndere Umwelt gab es immer noch keine richtige UnterstĂŒtzung – besonders in Hinsicht von aktiver und finanzieller Hilfe. Im Gegenteil, die Ignoranz und Kompetenzverschiebung hat sogar noch zugenommen. Es gibt immer wieder Ausreden. Ob es Krisen oder Wahlen sind, es wird einfach nicht richtig gehandelt und stĂ€ndig etwas versprochen was nicht eingehalten wird. Dies ist nicht nur enttĂ€uschend und sehr demotivierend, es gefĂ€hrdet die ganze Arbeit und gesamte Gesellschaft, vor allem macht diese Ignoranz krank. Nach mehrfacher Forderung und Informierung von Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurden viele Ideen von Greening Deserts adaptiert bzw. kopiert und sich damit profiliert, wirklich etwas verĂ€ndert wurde dadurch jedoch nicht. Es ist wirklich traurig, denn mit einem BegrĂŒnungs- und Forschungscamp im Leipziger Tagebaugebiet und in der Seenlandschaft hĂ€tten Klimanpassungen und Resistenzen all der genannten Pflanzen lĂ€ngst erforscht werden können. Die Chance und Gelegenheit die DĂŒrrejahre und Hitzeperioden fĂŒr eine spezialisierte Baumschule mit realen Bedingungen zu nutzen wurde durch die ignorante Haltung der Verantwortlichen verpasst bzw. verwehrt. Denn jeder weiß das man ohne Aufbauförderung, Entwicklungsförderung, Forschungsförderung und aktive UnterstĂŒtzung solche Vorhaben nicht oder nur in sehr langer Zeit realisieren kann. Dies wurde auch mehrfach angebracht, es wurde wirklich umfangreich ĂŒber die wichtigen Aspekte und Fakten informiert, nicht nur die Behörden, Institutionen, Parteien und gewisse Organisationen. Zum GlĂŒck nehmen es ein paar Kollegen von der AU, EU-Kommission und UN seit letztem Jahr ernst. Greening Deserts Entwicklungen und Konzepte wurden zudem von einigen sehr bekannten internationalen Forschungsinstitutionen bestĂ€tigt. Nocheinmal an Alle ! Wir haben wirklich nicht mehr viel Zeit eine Art Klimawandel-GĂ€rten und -Baumschulen einzurichten um BĂ€ume und Pflanzen an den Klimawandel weiter anzupassen. Mit der entsprechenden UnterstĂŒtzung könnte vielleicht bis FrĂŒhsommer 2021 endlich ein entsprechendes Klima- und Forschungscamp im SĂŒden von Leipzig realisiert werden. Auch Jungpflanzen und Saatgut können dann weiter besorgt werden. Greening Deserts GrĂŒnder kann jedoch nicht immer weiter sein letztes Geld, etwa fĂŒr den Lebensunterhalt, dafĂŒr einsetzen. Es gilt das Motto ohne Moos nix los und damit wird es keine Verbesserung der aktuellen UmstĂ€nde und der Klimakrise geben. Denn viele sinnvolle Lösungen wurden ĂŒber die Jahre hart erarbeitet, eine effektive und schnellere Umsetzung benötigt jedoch die finanzielle Hilfe und tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung von uns allen. Wenn nicht endlich entsprechend gehandelt wird, zahlen alle den Preis, vor allem aber die Bevölkerung, Landwirte und Waldbesitzer.

Weitere gute Ideen und Lösungen kann man auf den offiziellen Seiten und im Greening Deserts Masterplan fĂŒr Tagebaugebiete nachlesen.

NĂŒtzliche Fragen, Hinweise und konstruktive VorschlĂ€ge sind jederzeit willkommen – besonders zu der Klimawandel-Pflanzenliste.

Der Artikel wurde Mitte August 2020 veröffentlicht.

Weitere Infos:

http://trilliontrees.eu

http://trilliontrees.africa

http://trilliontreesinitiative.com

http://trilliontreesinitiative.org

http://greeningcamp.com

http://afforestation.org

http://reforestation.eu

X

Update zum Gesundheits-, Klima-, Umwelt und Waldzustandsbericht

In Deutschland gibt es ĂŒber 11 Millionen Hektar Waldgebiete mit etwa 90 Milliarden BĂ€umen, dies entspricht etwa 32 Prozent der LandflĂ€che. Der CO2-Speicher kollabiert durch zerstörte Böden und WĂ€lder. 2018 bis Herbst 2020 wurden durch die DĂŒrre, Hitze, StĂŒrme und Baumkrankheiten etwa 350.000 Hektar Wald zerstört. Über 80 Prozent der BĂ€ume sind krank! Dazu gibt es seit vielen Jahren ein schleichendes Baumsterben und Waldsterben welches durch den extremen Klimawandel und die Wetterereignisse der letzten Jahre sichtbar wird.

Die massive Umweltverschmutzung und Zerstörung der Artenvielfalt macht nicht nur die BÀume krank sondern auch andere Pflanzen, ebenso wie viele Nutzpflanzen.
Wenn Pflanzen und Tiere nicht wirklich gesund leben wirkt sich dies auch auf die Lebensmittel und ErnĂ€hrung aus, d.h. auch Menschen werden durch die extremen Umweltbedingungen, kranke Umwelt und „kranke Nahrung“ krank. Die Böden sind durch die extensive Forst- und Landwirtschaft stark belastet, ĂŒber 70 Prozent der deutschen GewĂ€sser ist in einem bedenklichen Zustand. Ausgetrocknete FlĂŒsse, Wiesen und WĂ€lder sind nicht nur ein trauriger Anblick, es kann auch der geistigen Gesundheit und menschlichen Seele stark zusetzen. Besonders Risikogruppen, kranke und schwache Menschen haben damit zu kĂ€mpfen. In Europa gab es in den letzten Jahren mehr Tote durch Hitze und Kreislaufkrankheiten als durch den Coronavirus. Im Prinzip ist die Coronakrise als ein Teil der Klimakrise zu sehen, denn der Virus entsprang aus einer kranken Umwelt mit starker Umweltbelastung, kranken Tieren und bedenklichen ZustĂ€nden. Ähnlich wie kranke BĂ€ume stĂ€rker von Bakterien, Pilzen, Parasiten oder SchĂ€dlingen befallen werden, können kranke Tiere und Menschen auch durch gefĂ€hrliche bzw. schĂ€dliche Organismen stĂ€rker befallen werden. Bakterien und Viren verbreiten sich durch Umweltverschmutzung, in einer kranken Umwelt und in kranken Gesellschaften schneller – besonders wenn sie sich anpassen, mutieren und dann aggressiv vermehren. Wenn die Klimakrise nicht von allen ernst genommen und in den nĂ€chsten Jahren stark gemildert wird, werden Naturkatastrophen und Pandemien wahrscheinlich sehr viel hĂ€ufiger auftreten.

In den letzten Jahren konnte man einen sehr starken Anstieg von Krankheiten und Wetterextremen bemerken. Die SymptombekĂ€mpfung der Folgen des Klimawandels sollte also nicht primĂ€r die Aufgabe sein wie es momentan der Fall ist. Die Lösung der Ursachen der Klimakrise sollte alle Nationen und Menschen zu einem nachhaltigeren Leben, Konsum und einer nachhaltigeren Produktion bewegen. Die maßlose Verschwendung von Energie, Nahrung und anderen Ressourcen muss aufhören, zudem so viele Produkte gar nicht konsumiert werden können und oft ĂŒber die HĂ€lfe weggeschmissen wird, etwa Lebensmittel wie Fleisch. All die Lebensformen und Ökosysteme, welche damit sinnlos zerstört werden verschlimmern die Lage mit jedem Tag. Die globale ErwĂ€rmung durch die Treibhausgase ist also nur eines der Probleme im Bezug auf den vom Menschen gemachten Teil des Klimawandels.

Die Gesellschaft muss endlich konsequenter handeln und das jeden Tag! Wir haben wirklich nicht mehr viel Zeit um das Artensterben und die Klimakrise zu mindern bevor es zu spĂ€t ist. Wer es nicht glaubt braucht nur die aktuellen Artenschutzberichte, WaldbrĂ€nde und DĂŒrrejahre zu analysieren. Es wurden wirklich genug gute Lösungen fĂŒr jeden angeboten, ob fĂŒr arm oder reich, bekannt oder unbekannt. Jeder kann jeden Tag etwas tun. Ausreden wie die Arbeit, Familie, keine Zeit oder Geld zĂ€hlen nicht. Mit Geld alleine kann man viele der Probleme sowieso nicht wirklich lösen oder einfach so wiedergutmachen. NatĂŒrlich kann mit finanziellen Mitteln und entsprechenden Ressourcen einiges beschleunigt und verbessert werden, besonders wenn es um Artenschutz, BegrĂŒnung-, Bewaldung, BiodiversitĂ€t, grĂŒne und saubere Technologien geht. Zum Schluss noch ein paar traurige Fakten. Pro Tag sterben etwa 150 Arten, weltweit sind ĂŒber eine Million Arten bedroht. Wenn das Massensterben weitergeht und wichtige SchlĂŒsselarten aussterben wird bald auch Spezies Mensch auf der Liste der bedrohten Arten stehen.

DĂŒrre, Hitze und trockene Böden in Deutschland – Klimawandel verstĂ€rkt Klimakrise und Trockenheit

Seit 2018 werden jedes Jahr neue Rekorde im Bezug auf die DĂŒrre aufgestellt, etwa heißeste und trockenste Monate seit Jahrhunderten. Die Trockenheit, Hitze und SchĂ€dlinge setzen den WĂ€ldern seit 2019 immer mehr zu und leider ist auch 2020 keine Besserung in Sicht. In Deutschland gab es die schwersten WaldschĂ€den seit ĂŒber 200 Jahren. BrĂ€nde und StĂŒrme haben stĂ€rkere Auswirkungen, durch das viele Schadholz und durch die BaumschĂ€den gibt es mehr Probleme mit SchĂ€dlingen und Pilzbefall. FeinstĂ€ube und Umweltgifte aus der Landwirtschaft geben vielen Pflanzen und Tieren den Rest, besonders Insekten wie Bienen leiden unter der Umweltzerstörung.

Luftverschmutzung, Insektizide und Pestizide sind nicht nur eine Gefahr fĂŒr Bienen, sie gefĂ€hrden auch viele andere Arten, besonders in NĂ€he von Landwirtschafts- und Viehwirtschaftsbetrieben. Viele der typischen BĂ€ume und WĂ€lder der Forstwirtschaft sind Monokulturen und Nadelhölzer wie Douglasien, Fichten, Kiefern, LĂ€rchen und Tannen – diese bieten leider nicht viel Nektar. Fast 80 Prozent der Nadelhölzer wurden wegen SchĂ€digungen gefĂ€llt. Mit knapp 70 Prozent war der Anteil des Schadholzeinschlags am gesamten Holzeinschlag 2019 mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2010. Wie schon im Artikel zum Leipziger Projekt Eichenpark der Vielfalt beschrieben sind auch starke Baumarten wie Eichen betroffen. Ob durch SchĂ€dlinge, Mehltau oder Trockenstress, die Pflanzen leiden sehr stark unter der Trockenheit. Eichen gehören wie viele LaubbĂ€ume zu den Tiefwurzlern, welche Wasser aus unteren Bodenschichten holen. Was sie selbst nicht benötigen, geben sie nĂ€her an der OberflĂ€che wieder ab. Dies macht Eichen zu einem guten Bodenregulator, etwa durch ausgeprĂ€gte Symbiosen mit Mikroorganismen und Pilzen. Eichen und andere robuste BĂ€ume haben ebenso unter dem Klimawandel zu leiden wie viele Menschen und Tiere. BaumschĂ€den und WaldschĂ€den entstehen nicht nur durch BrĂ€nde, DĂŒrre und Hitzewellen, sondern auch durch Pilzbefall, SchĂ€dlinge, Schneebruch, StĂŒrme, Überschwemmungen und Umweltgifte – sowie durch Luft- und Wasserverschmutzung.

Nach Angaben der Klimaforschung, Langzeitstudien und Wetterexperten wird extreme Trockenheit im Sommer in Europa normal. Im FrĂŒhjahr fehlt ebenfalls vielerorts weltweit das Wasser fĂŒr ein gesundes Pflanzenwachstum. Die Böden und WĂ€lder können weniger Wasser halten, da die wichtigen Speicher nicht nur ausgetrocknet sondern beschĂ€digt sind, d.h. die SpeicherkapazitĂ€t ist vermindert und in einigen FĂ€llen fĂŒr Jahre reduziert. Wenn mittlere und tiefere Bodenschichten verhĂ€rten, Humusschichten zu Staub zerfallen oder zerstört sind, hilft auch viel Regen erstmal nicht weiter. Es braucht dann Jahre viel mĂ€ĂŸigen Regen und einiges an Pflanzenwachstum bis diese Bodenschichten wieder gelockert und gewĂ€ssert sind. BĂ€ume, Hecken und andere Pflanzen welche komplexe, starke und tiefe Wurzeln bilden können brauchen einige Jahre um mittlere und tiefe Bodenschichten wieder zu lockern. Viele Pflanzen verlieren wĂ€hrend einer DĂŒrre oder extremem Trockenheit Äste, BlĂ€tter und FrĂŒchte. Der Anteil von BĂ€umen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg im 2019 auf etwa 35 Prozent. Sind die BĂ€ume und Pflanzen generell geschwĂ€cht sind sie leichter anfĂ€llig fĂŒr Parasiten und andere SchĂ€dlinge wie BorkenkĂ€fer, PrachtkĂ€fer und Prozessionsspinner. Das Schadholz kann in den meisten FĂ€llen nicht im Wald verbleiben. Viel vom diesem Holz ist fĂŒr eine Holzverarbeitung bzw. hochwertige Produkte fĂŒr den Bau und die Möbelbranche nicht geeignet. Oft bleibt nur noch die Option der Verarbeitung zu minderwertigen Holzprodukten wie Spanplatten oder Holzpellets. Es kommt seit 2018 viel Schadholz auf den Markt und der Holzpreis ist dramatisch eingebrochen, die Prognosen fĂŒr 2021 und 2022 sehen nicht besser aus. Es ist momentan pro Jahr soviel Holz welches im Normalfall fĂŒr drei Jahre oder mehr reichen wĂŒrde. Die Forst- und Holzindustrie verzeichnet massive Verluste, sogar billiges Eichenholz wird bereits als Feuerholz verkauft. Forstbetriebe und Waldbesitzer werden lange zu tun haben um die SchĂ€den der letzten Jahre zu kompensieren und zu reparieren.

Auf der Erde gibt es etwa vier Milliarden Hektar Wald. Weltweit gibt es ungefĂ€hr 60.000 Baumarten und davon sind ĂŒber 10.000 vom Aussterben bedroht. Mehr als die HĂ€lfte der europĂ€ischen Baumarten ist nach einer EinschĂ€tzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) gefĂ€hrdet. Von den etwa 450 Baumarten kommen 265 auf keinem anderen Kontinent vor. Mehr als 150 Arten sind bedroht. 66 Arten sind auf der höchsten Stufe der GefĂ€hrdung und damit kurz vor dem Aussterben. Insgesamt werden weltweit mehr als 28.000 Tier- und Pflanzenarten als gefĂ€hrdet gelistet. Dies sind Daten und Statistiken der letzten Jahre und einige der Zahlen sind heute nicht mehr aktuell, besonders nach den massiven DĂŒrreperioden und WaldbrĂ€nden. Man kann davon ausgehen, dass nun weitere Arten in betroffenen Regionen bedroht oder ausgestorben sind.

ZukĂŒnftige Herausforderungen, Konflikte, Kriege und Krisen wegen der weltweiten WasserverfĂŒgbarkeit und Wasserversorgung

Die Wasserreserven im Boden werden immer knapper, die Böden werden insgesamt immer trockener. Seit 2015 ist es in Deutschland relativ trocken. Die beiden vergangenen Jahre ĂŒbertrafen die bisherige RekorddĂŒrre von 1976. Damals war es fĂŒnf Jahre lang außergewöhnlich trocken und einige Baumarten wurden durch trockenresistente Arten wie Hainbuche, Elsbeere und Feldahorn ersetzt bzw. ergĂ€nzt. Was bringt jedoch die Anpassung der WĂ€lder an die Krise und der Waldumbau wenn das Grundwasser sinkt, Seen, FlĂŒsse und Wasserspeicher teilweise austrocknen? Ein großes Problem sind auch Trockenzeiten im Winter, denn wenn der Schnee fehlt gibt es sehr viel weniger Wasser durch die Schneeschmelze. Das Problem ist schon lange bekannt, etwa die fehlende Wasserversorgung durch das Verschwinden von Gletschern und großen Schnee- oder EisflĂ€chen. Wenn Gebirge und die Meere mehr Sonne absorbieren heizt sich der Planet noch schneller auf, besonders am Nordpol. BrĂ€nde und sehr heiße Zeiten in nördlichen Gebieten in Russland beschleunigen außerdem das Auftauen vom Permafrost-Boden. Ähnlich wie beim grĂ¶ĂŸten Anteil am Treibhausgas Methan durch die Landwirtschaft bzw. Viehwirtschaft wird Methan durch die Zersetzung der aufgetauten Biomasse freigesetzt. Da dies in sehr kurzer Zeit passiert kann die AtmosphĂ€re, BiosphĂ€re und die Wettersysteme dies nicht einfach so ausgleichen, die Folge sind extreme VerĂ€nderungen des Klimas und das Ansteigen von extremen Wetterlagen. Seit einigen Jahren konnten durch Klimaforscher etwa die ZusammenhĂ€nge von extremer DĂŒrre und starken Fluten nachgewiesen werden. Es gab mittlerweile mehrere JahrhundertbrĂ€nde, JahrhundertdĂŒrren und Jahrhundertfluten, nicht nur in Deutschland und Europa – leider auch in Afrika, Amerika, Asien und Indien.

Nach verschiedenen Umfragen machen sich etwa 80 Prozent große bis sehr große Sorgen wegen der anhaltenden Trockenheit. In Frankreich, Polen, Tschechien und anderen europĂ€ischen LĂ€ndern war der FrĂŒhling in diesem Jahr von geringen NiederschlĂ€gen geprĂ€gt. Französische WĂ€lder sind sehr stark durch die DĂŒrrejahre und den Hitzesommer 2019 gefĂ€hrdet. Es war eine der tödlichsten Hitzewellen in ganz Europa, es gab Tausende Tote durch die Hitze. Auf Satellitenbildern sind die schĂ€dlichen Auswirkungen der DĂŒrren gut zu erkennen, viele braune und graue Felder in Europa, auch viele große StĂ€dte wie Berlin sind davon betroffen. Am stĂ€rksten betrifft es die Regionen im Norden und Osten, im Prinzip sind alle BundeslĂ€nder betroffen. Vor allem die StĂ€dte brĂ€uchten mehr GrĂŒn, da sie sich besonders stark aufheizen. Was man immer öfter sieht sind ausgetrocknete Wiesen, vertrocknete BĂ€ume und StrĂ€ucher. Die Parks und WasserflĂ€chen sind deshalb genauso wichtig wie die BegrĂŒnung von DĂ€chern und Fassaden. Die Bodenfeuchtigkeit, der gesamte Grundwasserspiegel und die GrundwasserstĂ€nde in Deutschland sind zu niedrig, jedenfalls im Bezug auf normale Niederschlagsmengen und WasserstĂ€nde. Im April 2020 fielen in allen BundeslĂ€ndern deutlich zu wenige NiederschlĂ€ge, besonders betroffen waren die LĂ€nder Sachsen-Anhalt, Sachsen und ThĂŒringen. Die Bodenfeuchtigkeit im Oberboden und Gesamtboden ist fĂŒr viele Pflanzen einfach zu wenig. Durch den Mangel am pflanzenverfĂŒgbaren Wasser tritt schnell Trockenstress bzw. Wasserstress auf. Die Fotosynthese der Pflanzen und das Wachstum nimmt ab. FĂ€llt das nutzbare Bodenwasser weiter, kommt es zu Pflanzenwasserstress und die Pflanzen fangen an zu vertrocknen.

Der DĂŒrremonitor des Helmholtz-Zentrums fĂŒr Umweltforschung hat gezeigt, dass der Gesamtboden in großen Teilen Deutschlands im April und Hochsommer 2020 durch extreme bis außergewöhnliche DĂŒrre gekennzeichnet war. Ähnlich wie der DĂŒrremonitor vom Umweltforschungszentrum in Leipzig gibt es auch ein Forschungsprojekt in der Schweiz Namens Drought CH bzw. Trockenheit.ch, dort werden Informationen zur aktuellen Lage gezeigt. Die Kollegen fassen auch viele interessante Daten der letzten Jahre zusammen. Solche Informationen werden immer wichtiger, besonders wenn sich Konflikte um Wasserressourcen in Zukunft hĂ€ufen, ob in der Energiewirtschaft wegen der KĂŒhlung oder in der Landwirtschaft fĂŒr die landwirtschaftliche Beregnung. Es betrifft viele europĂ€ische LĂ€nder. Werden die Wasserreserven immer knapper können Nutzungskonflikte um Wasserressourcen erheblich verschĂ€rft werden. Die Wassernutzung, Wasserressourcen und das Wassermanagement muss sparsamer bzw. nachhaltiger werden, damit es in den nĂ€chsten Jahren nicht auch noch eine Wasserkrise gibt. Nutzung von Teichen, WassertĂŒrmen und unterirdischen Wasserreservoirs um Regenwasser zu sammeln ergibt immer mehr Sinn, besonders wenn man bedenkt das deutschlandweit etwa 80 Prozent der BewĂ€sserung mit Grundwasser erfolgt. Ein steigender Wasserbedarf aus der Landwirtschaft steht anderen Nutzungsinteressen und Problemen gegenĂŒber, etwa der öffentlichen Versorgung mit Trinkwasser welches zu ĂŒber 70 Prozent aus Grundwasser gewonnen wird. In trockenen Zeiten verbrauchen zudem die WĂ€lder viel Grundwasser. Das DĂŒrrejahr 2018 und 2019 hat viele Böden und Wasserspeicher stark ausgetrocknet, um dies auszugleichen braucht es viele Jahre Regen ĂŒber den ĂŒblichen Gesamtjahresdurchschnitt. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen sind die niederschlagsĂ€rmsten BundeslĂ€nder. Konkrete Zahlen dazu findet man auf entsprechenden Wetterportalen und Statistikseiten.

Waldsterben, WĂŒstenausbreitung und WĂŒstenbildung in Europa

Durch das dritte DĂŒrrejahr in Folge wird es auch im Winter und FrĂŒhjahr 2020 erhebliche Probleme fĂŒr die Pflanzenwelt geben, da sich viele Böden und Pflanzen unter diesen extremen Bedingungen nicht so einfach erholen können. Die Garten-, Park- und Waldpflege ist dieses Jahr also wichtigen denn je, jeder BĂŒrger sollte in seiner Freizeit mit anpacken, auch wenn es nur ein paar Eimer Wasser fĂŒr den Baum vor der TĂŒr sind oder etwas BewĂ€sserung fĂŒr BĂŒsche, Hecken oder BĂ€ume an der Straße ist. Das Bewusstsein fĂŒr die nachhaltige Verwendung und die Problematik der Wasserverschwendung wird leider immer noch nicht richtig ernst genommen. Die Produktion von einem Kilo Rindfleisch benötigen etwa 15.000 Liter Wasser, Schweinefleisch knapp 6000 und HĂŒhnerfleisch 4.300 Liter. Der durchschnittliche Wasserfußabdruck in Deutschland betrĂ€gt pro Person tĂ€glich 3.900 Liter. In diese Zahl sind die Wassermengen eingerechnet, die fĂŒr die Produktion von konsumierten Lebensmitteln und GĂŒtern im eigenen Land anfallen, aber auch das Wasser, dass beispielsweise fĂŒr die Herstellung von Kleidung oder ElektrogerĂ€ten im Ausland benötigt wird. Dies betrifft auch ‚ökologischere‘ Elektroautos, diese werden leider immer noch mit viel Kohle, Plastik und Öl hergestellt. Alleine der Kohlestrom fĂŒr die Autoproduktion und den Bahnverkehr betrĂ€gt astronomische Ausmaße. Die Gefahr der WĂŒstenbildung hat sich nicht nur in SĂŒdeuropa erhöht, auch Landschaften in West- und Osteuropa sind durch zunehmende DĂŒrren und Bodendegradation bedroht. Wenn die Landverödung weiter fortschreitet wird es wohl mehr WĂŒsten in Deutschland geben, so wie die grĂ¶ĂŸte WĂŒste Deutschlands.

Die Lieberoser WĂŒste, kurz auch nur WĂŒste oder Klein Sibirien genannt, ist eine rund fĂŒnf Quadratkilometer große sandige OffenflĂ€che innerhalb der Lieberoser Heide in der brandenburgischen Niederlausitz, rund 95 Kilometer sĂŒdöstlich von Berlin und 20 km nördlich von Cottbus. Sie ist damit die grĂ¶ĂŸte WĂŒste Deutschlands. In Mitteleuropa dĂŒrfte sie ansonsten wohl nur von der noch ausgedehnteren polnischen BƂędĂłw-WĂŒste ĂŒbertroffen werden. Entstanden durch einen großen Waldbrand im Jahr 1942, war sie spĂ€ter Kern des sowjetischen TruppenĂŒbungsplatzes Lieberose. Durch die stĂ€ndige Nutzung mit schwerem militĂ€rischen GerĂ€t blieb das GelĂ€nde dauerhaft offen und entwickelte sich zu einer so genannten PanzerwĂŒste. Nach der Deutschen Wiedervereinigung und dem endgĂŒltigen Abzug der Gruppe der Sowjetischen StreitkrĂ€fte in Deutschland blieb das GelĂ€nde seit 1994 weitgehend sich selbst ĂŒberlassen und ist nun Teil des Naturschutzgebiets Lieberoser EndmorĂ€ne. Weite Teile der WĂŒste befinden sich seit 2006 im Besitz der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die sich auch dort die Entwicklung eines Wildnisgebietes zum Ziel gesetzt hat. Quelle: Wikipedia

2019 war das heißeste Jahr in der Geschichte Europas, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es mit dem DĂŒrrejahr 2018 und DĂŒrresommer 2020 nun die schlimmste DĂŒrre in Folge seit 250 Jahren. Die DĂŒrren und Hitzewellen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass die Klimakrise erhebliche Auswirkungen auf unser Leben, die Umwelt, den Konsum und unser Wirtschaften hat. Eine Anpassung der Pflanzen an das extremere Klima findet zwar schon von Natur aus statt, sollte jedoch durch nachhaltige Strategien der Klimawandelanpassung unterstĂŒtzt und verbessert werden. Dies sollte nicht nur fĂŒr Kultur- und Nutzpflanzen gelten oder fĂŒr Nutztiere, sondern auch besonders fĂŒr gefĂ€hrdete Arten. Die egoistische Art, Lebensweise und Arbeitsweise in gewissen Bereichen der Gesellschaft und Industrie, etwa der Energie-, Land- und Forstwirtschaft schadet der Umwelt. Egoismus, Ignoranz und wenig Wille zur VerĂ€nderung in Richtung Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz hat eine zerstörerische Chemieindustrie, Energiewirtschaft, Luftfahrt, Schifffahrt, Schwerindustrie, Monokultur-Landwirtschaft und eintönige Forstwirtschaft hervorgebracht.

Die Artenvielfalt, Boden- und WasserqualitĂ€t hat extrem darunter gelitten, wertvolle Landschaften und LebensrĂ€ume wurden zerstört oder sind durch die rigorose Profitgier und Umweltzerstörung verloren gegangen. Wenn es so weiter geht, auch unabhĂ€ngig von der Klimakrise, wird es bald kein fruchtbares Land mehr geben, sondern nur noch Staub und WĂŒste. Greening Deserts Klimaanalysen und Langzeitstudien haben in Abstimmung mit internationalen Klimaforschern und Klimamodellen mehrfach eine VerstĂ€rkung der extremen Wetterlagen bestĂ€tigt – und das schon vor den DĂŒrrejahren oder Jahrhundertfluten wie in Europa und Indien 2018 und 2019. Es wurde mehrfach gewarnt das sich extreme DĂŒrren und Fluten in Europa hĂ€ufen, anfangs in SĂŒdeuropa und mit den DĂŒrrejahren auch in Mitteleuropa. Dies hat nun sogar das Helmholtz-Zentrum fĂŒr Umweltforschung (UFZ) in Leipzig mit einer Studie bestĂ€tigt. Jetzt brauchen wir nur noch realistische Lösungen und Machbarkeitsstudien um diesen extrem schnell fortschreitenden VerĂ€nderungen entgegenzuwirken. Es weht ein Wind der VerĂ€nderung.

Gewöhnlich zieht der Jetstream mit den Hoch- und Tiefdruckgebieten von Westen nach Osten und beschert Mitteleuropa einen Mix aus Sonne, Wolken und Regen. Doch mit dem beschleunigten Klimawandel verharren im Sommer die Hochdruckgebiete hĂ€ufiger wochenlang ĂŒber einigen europĂ€ischen Regionen. Dadurch gibt es lange Hitzewellen und Trockenheit, in den Tiefdruckgebieten gibt es dann öfter mal Starkregen und Überschwemmungen. Es wurden die Jahre diverse Temperatur- und Hitzerekorde aufgestellt, 2020 gab es viele kalte SommernĂ€chte und sehr große Temperaturschwankungen. Durch viele trockene und windige Tage hat sich die Trockenheit insgesamt noch verstĂ€rkt. Der durch Wind- und SturmschĂ€den verursachte Holzeinschlag betrug 2018 18,5 Millionen Kubikmeter. Das ist eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt viele WaldbrĂ€nde da die Böden und obersten Schichten mit Ästen, Laub oder Nadeln sehr trocken sind. Die Brandgefahr ist auch fĂŒr die Landwirtschaft sehr hoch, besonders wenn trockene Felder Feuer fangen, etwa durch unachtsame Autofahrer und Raucher oder durch Glasscherben.

Ein Feldbrand, Forstbrand oder Waldbrand ist kein Spaß, da er auf Siedlungen ĂŒbergreifen kann.

In vielen deutschen StĂ€dten herrscht Ausnahmezustand, da sich die Asphalt- und BetonwĂŒsten oft mehr aufheizen als das Umland können schnell mal Hitzerekorde von ĂŒber 40 Grad erreicht werden. Es sterben viele Menschen, Tiere und Pflanzen. Im Stadtgebiet Frankfurt mĂŒssen durch die wochenlange Trockenheit und Hitze im Hochsommer 2020 wahrscheinlich tausende tote BĂ€ume gefĂ€llt werden. Besonders in den trockensten Gegenden Deutschlands sind besonders viele Dörfer und StĂ€dte vom Baumsterben betroffen. Durch den Trockenstress und Pflanzenwasserstress welcher die Pflanzen ĂŒber die Jahre geschĂ€digt und geschwĂ€cht hat reicht eine relativ kurze Hitzephase um den Pflanzen den Rest zu geben, da hilft dann oft viel gießen auch nichts mehr. Im Gegenteil, zu viel Wasser auf einmal kann den Pflanzen sogar schaden, etwa wenn durch einen großen Teil vertrockneter BlĂ€tter die Pflanze nicht viel Wasser aufnehmen kann, es droht dann bei den hohen Temperaturen eine beschleunigte WurzelfĂ€ule, was öfter bei Leitungswasser und ausgetrockneten Wurzeln auftreten kann. Wenn viele der tieferen Bodenschichten komplett ausgetrocknet sind kann das Wasser nicht richtig abfließen, es bildet sich dann an manchen Stellen StaunĂ€sse. GĂ€rtner und Pflanzenexperten kennen das Problem. Also wenn möglich mit Regenwasser gießen und dann nicht zu viel aufeinmal, lieber großflĂ€chig und ĂŒber ein paar Abende verteilt. Ist der Boden nicht zu hart, kann man an einigen Stellen mit einem spitzen Stab Drainagen setzen. Wenn der Boden insgesamt leicht durchfeuchtet ist kann das Regenwasser dann besser bis in tiefere Schichten und Wurzelbereiche vordringen.

Der Klimawandel kennt keine Grenzen, weite Teile Europas sind von der DĂŒrre und Wasserknappheit betroffen. Wir brauchen schnellstmöglich eine Anpassung und Verbesserung der Wasserwirtschaft bzw. des Wassermanagements um die öffentliche Trinkwasser- und Nutzwasserversorgung langfristig sicherzustellen. Die Angst vor den Folgen eines dritten DĂŒrrejahres ist groß, besonders wenn der Grundwasserspiegel sinkt, ganze FlĂŒsse und Seen austrocknen. Die Trockenheit bedroht historische GĂ€rten und sogar bekannte Parks, die Trockenheit wirkt sich auch indirekt auf das gesamte Pflanzenwachstum in der Umgebung aus. Nur wenn die Ausbreitung einer gesunden und relativ wilden Natur durch gĂŒnstige Bedingungen gefördert wird kann sich die Natur insgesamt erholen und regenerieren. Dies ist jedoch bei einer eintönigen Monokultur-Land- und Forstwirtschaft schwer möglich, aber nicht unmöglich. Manche Folgen sind erst Jahre spĂ€ter zu spĂŒren da Umwelt- und Wettersysteme teilweise sehr langsam reagieren. Es ist Ă€hnlich wie mit dem Nitrat oder GĂŒlleproblem, wo in einigen extremen FĂ€llen erst im Laufe der Jahre das Grundwasser belastet und verschmutzt wird.

Wirklich ernste Konsequenzen fĂŒr die Landwirtschaft werden erst noch kommen, voraussichtlich in den Jahren 2025 bis 2030. Seit 2013 bis 2015 gab es massive VerĂ€nderungen in den globalen Wettersystemen und KreislĂ€ufen. Viele dieser VerĂ€nderungen geschehen außerdem schleichend und ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume, sind also nicht so deutlich zu erkennen wie bei den Folgen durch einen DĂŒrresommer. Damit man wirklich etwas nachhaltig und positiv verĂ€ndern kann, sollte man also in Zeitfenstern von ĂŒber 10 Jahren oder sogar in Jahrzehnten denken. Es ist nĂ€mlich erschreckend selbst natĂŒrliche MischwĂ€lder zu sehen welche unter den KlimaverĂ€nderungen leiden. Die DĂŒrrejahre haben sogar starke Auswirkungen auf feuchte Gebiete, da der Grundwasserstand durch die langen Trockenperioden öfters sinkt. Feuchtgebiete und Moore können austrocknen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit von MoorbrĂ€nden und WaldbrĂ€nden. Dazu kommen die Probleme durch den Torfabbau und die Trockenlegung von Landschaften fĂŒr die Landwirtschaft. Dem vielfĂ€ltigen Waldumbau und der Erweiterung von Feuchtgebieten wie Auen und Mooren muss endlich Vorrang gegeben werden. Dabei sollten viele Naturschutzgebiete, Nationalparks, naturbelassene Regionen und naturnahe Landschaftsschutzgebiete erweitert und wenn möglich auch verbunden werden, etwa durch BlĂŒhstreifen und Wildwiesen. Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz sollten auch auf urbane Regionen und grĂ¶ĂŸere Stadtparks bzw. StadtwĂ€lder erweitert werden. Spezielle Wildnis-Biotope fĂŒr eine relativ freie Entwicklung von wirklich ’natĂŒrlicher Natur‘ sollten ebenso in den Schutzgebieten ermöglicht werden. Denn Natur ist nicht gleich Natur, jedenfalls nach dem VerstĂ€ndnis der Gesellschaft und Menschen.

Die BodenqualitĂ€t und gesĂŒndere Böden durch eine vielschichtigere Forst- und Landwirtschaft, sowie ein besseres Wassermanagement sind wichtig um die Folgen des Klimawandels zu mildern. Der schon oft erwĂ€hnte Aufbau von Humus, Anbau von Tiefenwurzlern, Bodenverbesserungs- und GrĂŒndĂŒngerpflanzen können erheblich zur Bodenbildung und Verbesserung des Gesamtbodens beitragen. Schutzschichten mit Bodendeckern und Wildblumenwiesen können die Böden in besonders heißen und trockenen Zeiten schĂŒtzen. Es gilt das Prinzip, einfach mal wachsen lassen und die Natur bei der Ausbildung von BiodiversitĂ€t mit natĂŒrlichem Saatgut unterstĂŒtzen. NatĂŒrlich mit geeigneten Arten je nach Region und Vegetationszone, also passende Pflanzen fĂŒr Bergland, Feuchtgebiete, Grasland, Wiesen und WĂ€lder. Dazu sollte man mehr ĂŒber Wasserpflanzen nachdenken, sie dann auch fĂŒr die Verbesserung der GewĂ€sser einsetzen. Denn ein großer Teil der FlĂŒsse und Seen in Deutschland ist in einem bedenklichen Zustand, jedenfalls wenn es um den ökologischen Aspekt, die angrenzende Landwirtschaft, die Schifffahrt und Artenvielfalt geht. Ohne Ökosystemdienstleistungen wĂ€re menschliches Leben auf der Erde nicht möglich. Weltweit befinden sich etwa 60 % der vom Millennium Ecosystem Assessment untersuchten Ökosystemdienstleistungen in einem bedenklichen Zustand, sie sind durch Umweltverschmutzung und UmweltschĂ€den stark gefĂ€hrdet. Wird die Landwirtschaft und Forstwirtschaft nicht nachhaltiger gestaltet und an den Klimawandel angepasst, ist mit vermehrten ErnteausfĂ€llen und Waldverlusten zu rechnen.

Wir alle mĂŒssen mit anpacken ganze Landschaften vielfĂ€ltiger und widerstandsfĂ€higer gegenĂŒber Klimaextremen zu gestalten, auch urbane Regionen und StĂ€dte – dafĂŒr wurde u.a. das Urban Greening Camp Projekt gestartet. Mehr StadtbegrĂŒnung, Solar- und WasserflĂ€chen sowie hellere OberflĂ€chen können Stadtgebiete abkĂŒhlen, fĂŒr naturnahe Erholungsgebiete und biologische Vielfalt sogen. Eine solidarische Landwirtschaft und GemeinschaftsgĂ€rten sind auch gute Lösungen welche mehr Artenvielfalt und gemeinschaftliche Gewinne einbringen können.

Hier noch ein paar weitere VorschlĂ€ge fĂŒr die Verbesserung.

  • Alternative Wasserspeicher oberirdisch und unterirdisch, z.B. Teiche mit klassischer Lehmabdichtung welche mit Folien oder GrĂ€ben aufgefĂŒllt werden.
  • Die Bioökonomie, ökologischer Landbau und solidarische Landwirtschaft hat unzĂ€hlige Potentiale, man muss sie nur erkennen.
  • Humusreiche Böden können bis zu vierfaches ihres Eigengewichts an Wasser speichern.
  • Steinstaub aus Basalt kann große Mengen an CO2 binden, welches vom Regenwasser aufgenommen wird wenn es auf den Boden fĂ€llt. Durch die Verwitterung entstehen Karbonate, diese werden ĂŒber BĂ€che und FlĂŒsse in die Ozeane gespĂŒlt.
  • Erweiterte Nutzung von Regenwasserspeichern im Boden welche mit Planen im FrĂŒhjahr aufgefĂ€llt werden, manche GĂ€rtner und Landwirte nutzen eh FrĂŒhbeetfolien oder Unkrautflies, dies könnte sinnvoll fĂŒr die Regenwassergewinnung eingesetzt werden.
  • Mehr Feuchtgebiete und Erweiterung von Feuchgebieten kann den Wasserhaushalt und Wasserkreislauf verbessern. Verschiedene Wasserpflanzen erhöhen nicht nur die biologische Vielfalt, sondern sind auch gut gegen DĂŒrre.
  • Das Konzept der Agrophotovoltaik kann auch zum Sammeln von Regenwasser genutzt werden.
  • Die klassische TröpfchenbewĂ€sserung kann mit Regenwasser und WassertĂŒrmen noch ökologischer und ökonomischer werden.
  • Wie schon in einigen Artikeln beschrieben können Hanfpflanzen fĂŒr die Bodenverbesserung und einen höheren Feuchtigkeitsgehalt genutzt werden.
  • Nutzhanf verbessert zudem die Artenvielfalt, produziert viel Humus durch das ausgeprĂ€gte Wurzelwerk und lockert die Böden.
  • Tiefenwurzler und Bodensprenger wie WĂŒstenbambus können kurzfristig verhĂ€rtete Böden, besonders im mittleren Bereichen, lockern.
  • Tiefenlockerung kann auch durch einige Kulturpflanzen der Landwirtschaft erreicht werden.
  • Ökologischer Landbau und ökologische Forstwirtschaft mit mehr Mischkulturen und umweltfreundlicheren Energien sind ratsam.
  • Mehr Austausch von Biologen, Agrarexperten, Klimaforschern, Forstwissenschaftlern in Verbindung mit Klimaschutz und Umweltschutz ist sinnvoll.
  • Anpassung von nĂŒtzlichen und wichtigen Pflanzen an den Klimawandel, Auffinden und Erforschung von Resistenzen im Bezug auf extreme Bedingungen, Pflanzenwachstum und ErtrĂ€ge.
  • Etablierung einer nachhaltigeren Landwirtschaft (EcoFarming) und ökologischeren Forstwirtschaft (Ecoforestry) mit sauberen Technologien (Cleantech) und grĂŒnen Techniken bzw. Technologien (Greentech).
  • Agroforstwirtschaft, Ökoforstwirtschaft und Mischkulturanbau sind gute Lösungen, um Wiederaufforstung, BegrĂŒnung und nachhaltige Landwirtschaft zu kombinieren. Der Anbau von MischbĂ€umen, Mischkulturen und die ökologische BegrĂŒnung innerhalb eine Anbauregion hat großes Potenzial fĂŒr die Verbesserung der Boden-, Luft-, Umwelt- und WasserqualitĂ€t. Besonders Waldböden können dadurch erheblich verbessert werden, etwa durch geeignete Beeren, BlĂŒtenstrĂ€ucher und KrĂ€uter.
  • Innovative und vielfĂ€ltige Aufforstung bzw. Bewaldung von ehemaligen Waldgebieten und von menschengemachten WĂŒsten – dafĂŒr wurde die Billion BĂ€ume Initiative gegrĂŒndet, auf Englisch Trillion Trees Initiative.

Eine professionelle Beratung und Vermittlung an gute Adressen und Kontakte in o.g. Bereichen fĂŒr entsprechende Gegenleistungen ist möglich, dafĂŒr kann man den Autor dieses Artikels einfach per eMail kontaktieren.

Greening Deserts Analysen und Forschungsprojekte beschĂ€ftigen sich seit 2016 mit dem Klimawandel und extremen Wetterlagen wie außergewöhnlicher Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen. Die Prognose fĂŒr die nĂ€chsten Jahre sieht bei allem Optimismus nicht rosig aus. Es braucht viel Anstrengung, Motivation und UnterstĂŒtzung um wĂ€hrend der ganzen Krisen normal arbeiten und leben zu können. Zusammenhalt ist in diesen Zeiten wichtiger denn je, Egoismus und Ignoranz macht alles nur noch schlimmer. Seid solidarisch und zeigt Courage, ob durch nĂŒtzliche Informationen, Austausch von Erfahrungen oder anderen sinnvollen Aktionen. Einfach nur auf die Straße zu gehen bringt leider nicht so viel wie sich wirklich aktiv bei konstruktiven Aktionen fĂŒr Arten-, Klima-, Natur- und Umweltschutz zu beteiligen. Etwa das BĂ€umepflanzen, gießen von StadtbĂ€umen und Pflanzen, das AussĂ€hen von Wildblumen und die Pflege von Parks und Wiesen. Dies Anderen wie den GrĂŒnflĂ€chenĂ€mtern oder der Stadtreinigung zu ĂŒberlassen ist keine Lösung, zudem durch die Coronakrise in Zukunft Gelder und Ressourcen fĂŒr viele dieser Aufgaben bzw. Arbeiten fehlen werden.

Die Wirtschaftskrise oder Coronarezession (Great Lockdown) wird die Gesellschaft und Wirtschaft noch viele Jahre beschĂ€ftigen. Im Prinzip sind es mehrere Krisen, z.B. die Bildungskrise, Gesundheitskrise, Kulturkrise und soziale Krise. Greening Deserts Artikel beschĂ€ftigen sich auch mit diesen Themen und sind eine Art Mini-Studien zu den Auswirkungen, Folgen und Ursachen des Klimawandels. Es werden viele potentielle Lösungen angeboten, die Meisten können wir jedoch nur alle zusammen lösen – einige der VorschlĂ€ge wurden bereits von persönlich bzw. privat umgesetzt. Ich hoffe viele nehmen sich ein gutes Beispiel daran. Gute ErgĂ€nzungen, Ideen und VerbesserungsvorschlĂ€ge sind natĂŒrlich immer willkommen. @feedback.greeningdeserts.com.

Im nĂ€chsten Artikel geht es um die Klimawandelanpassung und StadtbegrĂŒnung auf vielen Ebenen, etwa mit vertikaler Landwirtschaft (Vertical Farming). Hitzeresistente und trockenheitstolerante Pflanzenarten sowie besondere Klimawandelgehölze werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Einige der Pflanzen sind sogar dĂŒrreresistent oder haben eine hohe ‚DĂŒrreresistenz‘.